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Ratgeber Allergie

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Allergie
Wissenswertes zu Allergien

Pollenallergiker sind, je nachdem gegen welche Form der Blütenpollen sie allergisch sind, zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich stark betroffen. Während Gräser- und Kräuterpollen vorwiegend ab Mai fliegen, können bestimmte Frühblüher wie z. B. Hasel und Erle bereits in den Wintermonaten zu blühen beginnen. Pollenallergiker haben deshalb vor allem im Frühjahr mit allergischen Symptomen zu kämpfen. Auch Region und Umgebung in der man lebt, spielen beim Pollenflug eine Rolle. So ist es z. B. ein Unterschied, ob man in der Stadt lebt, wo die Pollenverbreitung i. d. R. abends am stärksten ist oder auf dem Land.

Wissenswertes zu Allergien

Blühzeiträume: Wann fliegen die Pollen?

Als Pollen (Blütenstaub) werden spezielle Bestandteile männlicher Blüten derjenigen Pflanzen bezeichnet, die durch Insekten bzw. den Wind (Windbestäubung) Verbreitung finden. Für den Allergologen sind in erster Linie die sog. Windpollen klinisch relevant: Nach Kontakt mit der menschlichen Schleimhaut setzen die Pollenkörner verschiedene Inhaltsstoffe – u. a. spezifische Lipide, Proteine und Zucker – frei, die bei den Betroffnene einer Allergie zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie z. B. Schnupfen und tränenden Augen führen können. Diese Symptome sind saisonal begrenzt, d. h. dass sie i. d. R. mit endender Blütephase wieder abebben.

Je nach Region (Südwesten vs. Norden) kann die Blütephase allergierelevanter Pflanzen und damit auch der Pollenflug zu unterschiedlichen Zeiten einsetzen. Auch der Meeresspiegel (Gebirge vs. Flachland) und das direkte Umland (Stadt vs. Land) sind hierbei relevante Faktoren. Die Pollenbelastung am Meer bzw. in den Bergen ist eher gering und der Pollenflug in der Stadt ist meistens erst abends akut, während es sich in ländlicher Umgebung umgekehrt verhält. Gemeinhin gilt, dass die Blüte allergologisch relevanter Pflanzen mit Austreiben der sog. Frühblüher bereits in den Wintermonaten beginnt. Im Frühjahr sind die Pollen von Hasel, Weide, Birke und Erle die prominentesten Auslöser einer Allergie.

Hasel (Corylus)

Die Hasel, ein sommergrünes Zier- bzw. Nutzbaumgewächs, findet man vor allem in Regionen mit feuchtem Boden vor sowie in Wäldern mit starkem Buschwerk oder Hecken. Sie ist ein Vertreter der Birkengewächse, der bereits im Wintermonat Februar (und z. T. schon früher) beginnt, Blüten zu treiben. Bis zum April können die Pollen der hängenden, männlichen Blütenkätzchen Pollenallergiker beeinträchtigen.

Weide (Salix)

Dem Botaniker sind ca. 450 Weidearten bekannt, deren Verbreitung von den gemäßigten Klimazonen bis zur Arktis reicht. Doch selbst für die Tropen und die gemäßigten Klimazonen des Südens ist das Vorkommen von Weiden bzw. Untergattungen dokumentiert. Aus dieser Vielzahl der unterschiedlichen Weidetypen sind etwa 30-40 Arten im mitteleuropäischen Raum verbreitet. Ihre Blüte setzt in den Monaten März bis Mai ein und erreicht ihren Höhepunkt für gewöhnlich Anfang April.

Birke (Betula)

Die Birke, botanisch der großen Familie der betulaceae (lat. Birkengewächse) zugehörig, ist ein sog. Frühblüher, sodass bei Pollenallergikern schon Ende März Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten können, die mitunter bis zum Ende der Blütephase (Juni) anhalten können. In unseren Breitengraden sind ungefähr 40 verschiedene Birkenarten bekannt, doch auch auf dem nordamerikanischen und asiatischen Kontinent (primär Japan) sind Birken verbreitet. Vor Antritt einer Reise in diese Regionen sind Pollenallergiker daher gut beraten, wenn sie sich über die mögliche Allergenbelastung im Urlaubsland erkundigen und/oder eine rechtzeitige SIT (Spezifische Immuntherapie) durchführen lassen.

Erle (Alnus)

Die Erle ist eine weitverbreitete Gattung aus der Familie der Birkengewächse, von der in Mitteleuropa drei Arten – Grün-, Grau- und Schwarzerle – ansässig sind. In geschützten Gebieten können die männlichen Blütenkätzchen – wie die der Hasel – schon im Winter (Januar) bei Tageshöchsttemperaturen von ungefähr 10 °C anfangen zu blühen. Verstärkter Pollenflug ist deshalb schon zwischen Ende Februar und Anfang März zu erwarten.

Gräser- und Kräuterpollen

Die Mehrheit der Heuschnupfen-Betroffenen reagiert auf Gräserpollen, die überwiegend ab Mai fliegen. Zu ihnen zählen u. a. Getreidesorten wie Weizen und Roggen sowie Kräuterarten wie Wegerich, Sauerampfer und Beifuß.

Ab Ende Juli haben dann nur noch vereinzelte allergieauslösende Pflanzen ihre Blütephase, sodass ab diesem Zeitraum die Pollenbelastung deutlich, wenn auch nicht gänzlich abnimmt. Grundsätzlich gilt, dass im Unterschied zu noch vor 15 Jahren heute der Pollenflug intensiver sein und länger (bis September) andauern kann.

Antje Habekuß

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Therapie Allergie

Da Allergien bisher nicht heilbar sind, besteht die Therapie einer Allergie vorwiegend darin, die auftretenden Symptome zu verringern. Eine Vermeidung des allergieauslösenden Stoffes ist am effektivsten, jedoch in den seltensten Fällen umsetzbar. Deshalb gibt es verschiedene medikamentöse Therapien, die den Betroffenen Linderung verschaffen können. Dazu gehören z. B. Mastzellstabilisatoren, Antihistaminika und Glukokortikoide. Eine Therapieform, die die Ursache der Allergie bekämpft, ist die spezifische Immuntherapie (SIT). Dabei wird dem Patienten das Allergen über einen längeren Zeitraum unter die Haut gespritzt, sodass sich das Immunsystem langsam an den allergieauslösenden Stoff gewöhnen kann.

Eine Allergie kann viele Auslöser haben, z. B. Pollen, Tierhaare oder Hausstaub. Der Körper reagiert auf die vermeintlich ungefährlichen Stoffe mit einem körpereigenen Abwehrmechanismus und beginnt, sie zu bekämpfen. Die Ursachen für die Entstehung einer Allergie sind vielfältig und können sowohl genetisch als auch durch Umwelteinflüsse bedingt sein. Allergien sind bisher nicht heilbar, es gibt aber Medikamente, die die Symptome einer Allergie, wie z. B. Schnupfen oder juckende Augen, lindern können. Ein Heuschnupfen sollte möglichst frühzeitig diagnostiziert werden, da sie sich sonst zu einem allergischen Asthma ausweiten kann.

Diagnose Allergie

Treten vermehrt allergietypische Symptome auf, sollte der Betroffene einen Arzt aufsuchen. Bei der ersten Anamnese wird der Arzt versuchen, mögliche Auslöser für die Allergie herauszufinden. Dazu wird er sich über erbliche Vorbelastungen und die Zeitpunkte, zu denen die Symptome auftreten, erkundigen. Für die weitere Diagnose kommen verschiedene Testvarianten infrage. Beim Hauttest werden bestimmte Allergene auf die Haut des Patienten gegeben, um zu schauen, ob es zu einer allergischen Reaktion kommt. Ein Bluttest kann Aufschluss über den Immunglobulingehalt im Blut geben. Der Provokationstest wird nur in seltenen Fällen angewandt, da er das Risiko einer Überreaktion birgt.